„Ohne uns läuft nichts. Superheldinnen am Limit“ porträtiert Frauen aus Brandenburg, die mit den Veränderungen und Herausforderungen des letzten Jahres umgegangen sind: Eine Intensivkrankenschwester verweist auf Mehrarbeit und Flexibilität, eine Sozialpädagogin berichtet über häusliche Gewalt, eine Einzelhandelskauffrau spricht über die Wertschätzung in einem systemrelevanten Beruf. Die Landesbeauftragte für die Gleichstellung kommentiert die politischen Entscheidungen zu Corona-Zeiten. Ein Filmprojekt von Frauen aufs Podium und Filmemacherin Lea de Boor.

Schulen und Kitas sind geschlossen, ebenso Parks, Museen und Geschäfte. Veranstaltungen ab 1.000 Besucher*innen werden abgesagt. An Spielplätzen flattern Absperrbänder. Schilder werden aufgestellt. Sie lassen den Passierenden den Abgesang an allzu Gewöhnliches verlauten: Spaßverbot. Gemeinsam spielen ist nicht mehr erlaubt. Etwas liegt in der Luft und dieses unscheinbar Vorhandene hat unauffällig in einem weit entfernten Teil der Welt seinen Ursprung genommen. Am Ende des Jahres 2019 treten die ersten Fälle einer rätselhaften Lungenkrankheit im chinesischen Wuhan auf. Von dort breitet sich das Corona-Virus über die ganze Welt aus und verändert das Leben allerorts. Und: in Brandenburg. Brandenburg ist das fünftgrößte Bundesland Deutschlands. 2,52 Millionen Menschen leben dort und mehr als ein Drittel der Fläche bietet Naturparks, Wälder, Seen und Wassergebiete.

Ohne uns läuft nichts

Nachdem sich die Infektionszahlen im Sommer entspannt haben, beginnt im November die zweite Welle erhöhter Inzidenz. Vor allem für viele Eltern bedeutet dies eine herausfordernde Zeit. Kinder dürfen nicht in die Einrichtungen gehen. Wessen Kinder nicht in die Schule gehen, wird zur Ersatzlehrer*in. Die Situation hat gezeigt, dass die Krise vor allem für Frauen eine Mehrfachbelastung bedeutet. Home-Office trifft Home-Schooling, viele arbeiten von zuhause. In Brandenburg sind zu 65% beide Elternteile berufstätig. Mehr Väter als in weiteren Teilen der Bundesrepublik nehmen die Elternzeit in Anspruch. Doch auch hier sorgen sich in Corona-Zeiten mehr Frauen um die Kinder, weil der Mann mehr verdient. Viele Männer sind von ihren Arbeitgebern nicht gefragt worden, wer zu Hause die Kinder versorgt.

Der dokumentarischen Kurzfilm von 10 Minuten Ohne uns läuft nichts-Superheldinnen am Limit von Frauen aufs Podium portraitiert fünf Brandenburgerinnen, die entscheidend dazu beigetragen haben, dass unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft bisher so gut durch die Corona-Krise gekommen sind. In sozialen Berufsfeldern, die seit dem Jahr, in dem das Virus ausgebrochen ist, als systemrelevant bezeichnet werden. Der Film gibt durch Interviews einen Einblick in das Leben mit und durch das Corona-Virus, die damit einhergehenden Herausforderungen und Folgen für medizinisches Personal, Pflegekräfte und Arbeiterinnen im Einzelhandel. Eine stille Beobachtung jener Menschen, deren Stimme von großer Relevanz ist. Frauen, ohne die nichts läuft.